Zusammensetzung der Druckfarben

PIGMENTE

Jedes Pigment besitzt besondere Eigenschaften, die das Aussehen der Farbe bestimmen. Die Pigmente können mineralischen bzw. organischen, natürlichen oder synthetischen Ursprungs sein. Derzeit sind fast alle Pigmente (à 95%) synthetischer Herkunft. 

MERKMALE

 

Gelb- und Orangertöne. Sämtliche Gelbtöne der Charbonnel-Reihe bestehen aus Azofarbstoffen. Hierbei handelt es sich um organische Pigmente, von denen die ältesten zu Beginn des Jahrhunderts aufkamen. Diese Pigmente von guter Farbgebungseigenschaft besitzen eine mittlere Deckkraft. Sie sind ziemlich transparent und chemisch beständig.

Rottöne. Die Rottöne werden aus Azofarbstoffen (s.o. Beschreibung der Gelbtöne) oder Quinacridon angefertigt. Die sehr kräftigen Quinacridonfarbstoffe besitzen eine sehr hohe Deckkraft und eine ausgezeichnete lichtechtheit. Darüber hinaus sind sie sehr transparent

Violettöne. Diese Pigmente bestehen aus Dioxazynfarbstoffen, die dieselben Merkmale wie die Quinacridonfarbstoffe besitzen. Sie sind somit sehr kräftig, verfügen über eine sehr hohe Deckkraft und ausgezeichnete Lichtechtheit.

Blautöne. Mit Ausnahme der Blautöne Ultramarin (Zusammensetzung aus Aluminium und Silikat) und Preußischblau (Eisenverbindung) besteht die Mehrzahl der Blautöne aus Phthalocyanin-Farbstoffen. Diese transparenten Pigmente sind äußerst farbkräftig und lichtecht. Ultramarin und Preußischblau sind hingegen weniger deckend und farbkräftig, besitzen allerdings eine sehr gute Lichtbeständigkeit und können zusammen mit allen Pigmenten benutzt werden.

Grüntöne. Auch diese Töne bestehen aus Phthalocyanin-Farbstoffen und sind somit transparent. Sie besitzen eine gute Deckkraft und ausgezeichnete Lichtechtheit.

Erdfarben. Die Erdpigmente werden aus synthetischen bzw. natürlichen Eisenoxydpigmenten hergestellt. Bei den natürlichen Oxyden handelt es sich um natürliche, gewaschene und dekantierte Erdpigmente, die im Gegensatz zu den Azofarbstoffen matte Farbtöne ergeben. Mit diesen Farben können dunklere Mischungen sowie eine schöne Rühe von Braun- und Grautönen angefertigt werden. Diese halb-deckenden Pigmente trocknen ziemlich schnell und ergeben bisweilen körnige Pasten, da die Pigmente schwer zu verreiben sind. In der Farbenreihe Charbonnel wird allein der Farbton Sepia Natur aus natürlichem Eisenoxyd hergestellt. Die synthetischen Oxyde verfügen über die guten Eigenschaften der natürlichen Oxyde, ohne jedoch deren Nachteile zu besitzen. Diese ebenfalls halb-deckenden Töne sind nicht so matt, weniger körnig und trocknen schneller.

Schwarztöne. Diese Töne werden aus Elfenbeinschwarz und Rußschwarz zusammengesetzt. Bei dem deckenden Elfenbeinschwarz handelt es sich um ein bläuliches Schwarz, das eine ziemlich lange Trocknungszeit benötigt. Rußschwarz hingegen ist deckender und trocknet schneller. Die Schwarztöne unterscheiden sich nicht nur in ihren Tönungen sondern auch durch ihre Dickflüssigkeit. Sie können aus Leinöl unterschiedlicher dynamischer Viskosität (sehr gute Viskosität von 200 Poise bzw. mittlere Viskosität von 30 Poise) zusammengesetzt werden bzw. farbloses Leinöl (geringe Viskosität) enthalten. Der Anteil dieser drei Öle bestimmt die Viskosität jedes Schwarztons. Das Verhältnis des Pigment-und Ölgehalts ist ebenfalls ausschlaggebend für die Dickflüssigkeit und Tiefe des Schwarztons.

Weißtöne. Die Weißtöne beruhen aus einer Zusammensetzung aus Zink- und Titanweiß. Das Titanweiß ist sehr kräftig und deckend, das Zinkweiß hingegen besitzt eine geringere Färbe- und Deckkraft und wird auf verstählten Platten leicht gräulich. Die Weißtöne weisen dieselbe Viskosität wie die Charbonnel-Farbtöne.

Metallicfarben. Der Goldton wird aus einem Pigment auf natürlicher Bronzebasis hergestellt, während Silber auf Aluminiumbasis angefertigt wird. Diese Farben besitzen im Vergleich zu den anderen Farben eine weitaus größere Korngröße und ergeben eine dickere Paste, da sie nicht verrieben werden können. Durch Anreiben dieser Farbstoffe würden in der Tat die Pigmente zerstört und dadurch die metallischen Merkmale verloren gehen.